poniedziałek, 11 stycznia 2021

Kommando Sonne-nmilch Discography

 

Kommando Sonne-nmilch Discography








                                                                    Häßlich & Neu (1999)


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Der Specht Baut ... Mehr (2003)







Jamaica (2007)








Scheisse Nicht ... Bernstein (2008)


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Pfingsten (2010)








You Pay I Fuck (2013)


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niedziela, 10 stycznia 2021

Oma Hans Discography

 

Oma Hans Discography








Bremen Zurich Karlsruhe / Trapperfieber (2005)


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Peggy (2005)







Trapperfieber (2002)







Bremen Zurich Karlsruhe (2001)







Abmeldung (2005)





OMA HANS

Foto

Überall WIPERS-Gitarren

Die Geschichte von OMA HANS beginnt für mich mit ANGESCHISSEN, einer legendären HH-Punkband aus den 80ern. In der damaligen Endzeitzeitstimmung – besetzte Häuser, Hafenstraße, Barrikaden – haben Jens Rachut und Co. auf ihrem gleichnamigen Debütalbum für mich ein passendes Stimmungsbarometer gezimmert. Zwanzig Jahre später singt Rachut noch immer über Krankheiten und malt in seinen Songs düstere Bilder. Dass beim Hören dieser Scheibe natürlich Erinnerungen an die WIPERS aufkommen, ist unausweichlich und durchaus erwünscht – das ergab jedenfalls ein vorweihnachtliches Gespräch mit Jens Rachut anlässlich des neuen OMA HANS-Albums.

Zur OMA HANS-Besatzung gehören neben Jens Rachut (Gesang), Peta Devlin (Bass und Gesang, ex-DIE BRAUT HAUT INS AUGE, jetzt COW), Andreas Ness (Gitarre, ex-BLUMEN AM ARSCH DER HÖLLE, DACKELBLUT) und Armin (Schlagzeug, daneben noch bei KURT aktiv). Auf dem neuen Album „Peggy“ spielt übrigens aushilfsweise Stephan Mahler (u.a. ex-TORPEDO MOSKAU, SLIME) Schlagzeug, denn der amtliche OMA HANS-Schlagzeuger Armin hätte fast einen Finger verloren und konnte nicht mit ins Studio.


„Ach, der ist besoffen auf der Reeperbahn über einen Zaun geknallt und wollte sein Astra retten. Dabei hat er sich den Ringfinger abgerissen. Stephan hat die Stücke in drei Tagen eingeübt. Das war unvorstellbar, denn er kannte nichts davon. Bis zum Erbrechen haben wir geübt.“

Jens Rachut war bereits vor ANGESCHISSEN (1984-1988) aktiv: „Die Band hieß PERMANENT FROZEN, auch mit Mahler und Zabel von RAMONEZ 77, RAZORS oder BRONX BOYS am Bass. Dabei ging es nicht darum, jetzt irgendwas zu erreichen. Und wenn dich dabei nicht richtig interessiert, was du von einer Platte verkaufst, außer dass das Label damit keine Miese machen soll – besser geht es doch nicht.“

Nach ANGESCHISSEN folgten weitere Bands: Anfang der 90er BLUMEN AM ARSCH DER HÖLLE, aus denen dann 1994 DACKELBLUT wurden. Angeblich, weil Jens keinen Bock mehr darauf hatte, immer nur vor besoffenen Typen zu spielen: „Das hat sich mittlerweile zum Glück gelegt. Es sind doch gute Leute im Publikum. In Köln hatten wir 500, in Marburg 150 Besucher. Aber generell ist mir die Qualität der Leute wichtiger. Lieber spiele ich in einem Laden vor 200 guten Leuten, als vor 300 Spacken.“

Nach DACKELBLUT startete Jens noch das Projekt KOMMANDO SONNE-NMILCH. Mit dem Einsatz von elektronischen Mitteln und Sprach-Samples wurde hier musikalisches Neuland betreten. Aufgenommen wurde das Ganze 1998 in Norwegen. Als Abkehr von Punkrock? Wohl kaum, schließlich folgten im Ende 2001 mit „Bremen-Zürich-Karlsruhe“ und „Trapperfieber“ (2002) die ersten OMA HANS-Tonträger, und jetzt mit „Peggy“ das dritte Album. Die Musik liegt irgendwo zwischen LEATHERFACE und WIPERS. Die Texte ziehen einen ziemlich runter, denn Rachut singt über das Alleinsein und Beziehungskisten: „... mit Vollgas in die nächste Scheiße rein ... muss man immer gleich zusammen ziehen ...“.

„Das ist meine Meinung. Ich frage mich oft, warum müssen Leute, die frisch verknallt sind, gleich zusammen in einen Bude ziehen und sich dann wundern, wenn nach zwei Jahren der Leerlauf da ist? Gut, es muss nicht so sein, aber ich kenne diese Seite mehr als die andere. Also, man will sich doch auch mal besuchen, will sich anrufen, und das fällt dann doch alles weg. Wenn du die dann bei Ikea rumlaufen siehst, wie sie ihre Bude einrichten wollen, mit Schlaf- und Wohnzimmer und so, ich meine, da kann einem doch schlecht werden oder? Die haben doch verloren! Und wer erzählt denn überhaupt, dass das so sein muss?“

Auch wenn Textstellen wie „depressive Anekdoten“ kein Motto darstellen, sondern nur auf ein Stück gemünzt sind, bleibt für mich stark die dunkle Seite der Texte stehen. In Verbindung dazu wirkt natürlich auch die WIPERS-mäßige Musik entsprechend.

„WIPERS ist doch das Paradebeispiel. Die sind quasi nur im Dunkeln. Aber die Musik ist dennoch zuversichtlich, die haben eine unglaubliche Energie, die einen auch nach vorne bringt. WIPERS, was für eine große Band. Ein Trio! Die zweite, diese schwarze, die haben sie mit acht Spuren aufgenommen, und trotzdem ist das ein geiler Sound. Die ist zeitlos. Es gibt wenige Platten, die so zeitlos sind. Oder kennst du noch welche? ‚Mush‘ von LEATHERFACE vielleicht noch, die ist unglaublich. Aber die WIPERS, das ist 26 Jahre her, aber das hörst du nicht, die könnte auch jetzt aufgenommen worden sein.“

Im Folgenden stieß das Gespräch – immerhin war es das zweite Interview mit Jens Rachut in gut fünfzehn Jahren – über OMA HANS, Rachuts Texte, LEATHERFACE und WIPERS schnell an seine Grenzen: „Ich finde, das ist echt alles zu viel mit den ganzen Interviews. Es ist alles das Gleiche. Immer dieselben Fragen! Wie ist das Label? Wie ist die Platte entstanden? Wie bist du auf den Text gekommen? Das kann man sich doch alles selber beantworten. Wahrscheinlich sogar noch fantasievoller als der Interviewte. 90 Prozent aller Interviews laufen doch nach dem üblichen Muster – auch im Ox.“

Und mehr als ein kurzer Blick in seine Privatsphäre wird auch einem nicht gewährt: „Ich bin 52 Jahre alt. Ich habe einen Freund, Frank Stubbs, der auch meine Schwester ist. Aber, das ist doch scheißegal. Komm Alter, ich weiß ja nicht, was du da schreibst ... Hast du nur solche Fragen, jetzt gib dir mal Mühe, oder wollen wir lieber einen Schnaps trinken?“

Ich frage also nicht weiter nach dem Cover, sondern bleibe beim Bier. Wie ist das denn mit dem Saufen? Legt Jens Rachut Wert auf eine gesunde Ernährung? Ein gesundes Leben?

„Geht so. Ich sehe zu, dass ich, bevor ich anfange zu Saufen, etwas anständiges in den Magen bekomme. Und dass ich zwischendurch immer viel Wasser trinke. Aber das kommt auch erst, wenn man ein bisschen älter wird. Das war vorher immer egal. Früher war Wassertrinken nie angesagt. Nachts, da hast du vielleicht mal Fanta getrunken, um den Brand zu löschen, was natürlich total falsch ist. Und jetzt: morgens schön Alka Selzer rein, nicht rauchen – und viel Wasser trinken, auch schon abends. Und wenn es geht, diese Tiefschlafphase mitnehmen, das habe ich jetzt auch gemerkt. Wenn ich saufe, dann versuche ich immer ganz spießig möglichst früh anzufangen, so um sechs. Bis elf, und dann um zwölf Uhr pennen. Das ist viel angenehmer, als wenn du erst um zwei oder drei ins Bett gehst, weil du so diese Tiefschlafphase mitnimmst. Sonst gehe ich eher selten weg, das ist zuviel, das hatte ich auch alles schon. Und das hat man bei den Touren auch nicht nötig. Ich hatte das Glück, da ich schon älter bin, dass ich auch die ganze Punk-Zeit live miterlebt habe, und dann noch die 80er mit WIPERS, NOMEANSNO und FUGAZI. Ich habe zwei Hochzeiten der Musik miterlebt. Irgendwann geht es nicht mehr, etwas Neues kann nicht mehr kommen. Es gibt ja Typen, die spielen einen Ton und das ist genial, aber es kommt auch drauf an, wer das jetzt spielt, wie die drauf sind und so.“

Eine Zeit lang fungierte Jens Rachut auch als Programm-Macher für die Fabrik in Hamburg und organisierte Konzerte: „Ja, einige, auch die ganzen FUGAZI-Konzerte. Ich habe FUGAZI mal nachmittags gemacht – das war das Beste –, ‚Forget the night‘ war das Motto. Das war alles so friedlich, nicht aggressiv. SICK OF IT ALL auch mal. Das war viel cooler, die Leute waren ausgeschlafener und noch nicht so voll.“

Jens Rachut wohnt und arbeitet zur Zeit allerdings in Zürich: „Die Leute sind wahnsinnig nett in der Schweiz. Anders als hier. Und die essen auch gesünder. Das ist schon gut, aber es ist arschteuer da. Aber sonst würde ich da schon gerne wohnen.“

Es gibt also neben Punkrock noch etwas anderes?

„Na klar, ich mache da Theater. ‚Die Schneekönigin‘, das ist ein Wintermärchen von Hans Christian Andersen. Das wird morgens um zehn und nachmittags um zwei gespielt. Ich spiele darin ein Rentier, dann spiele ich eine Krähe und einen Räuberhauptmann. Du gehst morgens um neun aus dem Haus und spielst um zehn, das geht bis zwölf. Dann bist du um halb zwei wieder in der Maske, weil du um zwei noch einmal spielst. Und dann bist du um fünf wieder Hause. Zwischendrin liest du kurz ein bisschen Zeitung, denn du bist ja nicht immer dran. Mit drei Rollen ist aber eigentlich immer Action – du hast eine eigene Garderobenfrau, die dann da schon mit dem Rentierkostüm steht, in das du dann innerhalb von zwei Minuten reinschlüpfen musst. Dann geht es so gebückt, den Arsch vom Vordermann vor dir, auf die Bühne – das ist wahnsinnig anstrengend. Zehn Vorstellungen lang hatte ich einen amtlichen Hexenschuss, da war ich dann der Eisbär. Manchmal musste ich auch leicht verkatert, vor 200, 300 grölenden Kindern spielen. Das ist echt hart. Und zehnjährigen Mädchen, die dann mit der Mutter ankommen und sagen ‚Guck mal, der Räuber ist gar nicht so böse‘, Autogramme geben und so einen Scheiß. Aber was soll’s, teilweise bringt das richtig Spaß, du spielst mit richtigen Schauspielern und Tänzern. Das Ganze ist ein wahnsinniges Spektakel. Eine riesige Bühne, wechselnde Bühnenbilder. Schorsch Kamerun von den GOLDENEN ZITRONEN macht das. Das läuft alles über ihn, er inszeniert diese Stücke.“

Zum Schluss gibt es noch das klassische Thema: Vinyl vs. CD. Denn die neue OMA HANS kommt erstmalig auch auf CD raus.



„ Das Label wollte das so, was soll’s, selber schuld, wenn die keinen Plattenspieler mehr haben. Ich meine, so eine CD bringt’s einfach nicht. Die Textblätter musst du teilweise mit der Lupe lesen. Ich habe die gestern mal parallel gehört – immer im Wechsel CD und Vinyl. Vinyl klingt echt wärmer. Aber eigentlich habe ich fast nur noch Kassetten. Ich habe festgestellt, die halten einfach am längsten. Du kannst sogar die kleinen Filzteile ersetzen. Und es macht solchen Spaß, eine C-90 aufzunehmen. Das dauert vier Stunden und dann hörst du die ab und dann knallt das. Du nimmst da deine Lieblingslieder auf, und wenn du die dann noch mal am Stück hörst, ist das toll. Auch wenn du heute mit einem mp3-Player 3.000 Titel speichern kannst, wofür soll das gut sein? Das ist vielleicht ganz praktisch, wenn du in den Urlaub fährst, aber selbst da nehme ich, stumpf wie ich bin, lieber zehn Kassetten mit. Das reicht. Ich habe mir heute eine Kassettenanlage für das Auto gekauft, in dem Geschäft gab es 50 Anlagen, davon nur noch zwei mit Kassette.“

Anschließend unterhalten wir uns über Norwegen und den FC Barcelona, aber das gehört nicht mehr hierher. Bei der Verabschiedung meint Jens dann noch: „Ey, und schreib keinen Scheiß!“


czwartek, 31 grudnia 2020

Dackelblut Discography


Dackelblut - Schutzen Und Forden (1996)

 


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Dackelblut - Fluten Und Tauchen (1997)



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Dackelblut- Japan EP (1997)



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DACKELBLUT

Schon ANGESCHISSEN und BLUMEN AM ARSCH DER HÖLLE waren Bands gewesen, die sich einerseits durch seltsame Namensgebung, andererseits durch ihre außergewöhnliche Neuinterpretation von Punkrock auszeichneten. DACKELBLUT ist seit bald zwei Jahren die neue Band von Sänger Jens, und schon bevor im Frühjahr das erste Album "Schützen & Fördern" erschien, eilte den Hamburgern ein legendärer Ruf voraus. Wer DACKELBLUT selbst bzw. die Vorgängerprojekte mal live gesehen hat oder die - mittlerweile vergriffenen - Platten sein Eigentum nennen kann, wird wissen, was ich meine. DACKELBLUT, das ist kantiger, unkategorisierbarer Punkrock, der in einem Atemzug genannt werden muß mit lebenden und toten Helden wie BOXHAMSTERS, EA 80, NEUROTIC ARSEHOLES oder RAZZIA. Sollen sich die Amis freuen, daß sie Bands wie HÜSKER DÜ, SONIC YOUTH oder BLACK FLAG hervorgebracht haben, scheißegal, wir haben zum Beispiel DACKELBLUT. Und die kann uns weder MTV noch Viva nehmen. Vor dem Konzert im Oberhausener Druckluft bemühte ich mich um einen Gesprächstermin mit den Herren, doch weder Jens noch Wieland oder Andreas (der auch bei den BLUMEN schon Gitarre spielte) sind überhaupt für die Idee eines Interviews zu begeistern (was wohl nicht am Ox liegt, sondern, wie diverse verunglückte bis unwillige Interviews in anderen Heften zeigen, an einer generellen Kommunikationsfaulheit), und so werde ich an Heiner, den Schlagzeuger verwiesen, der sich ergeben in sein Schicksal fügt.

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber es ist natürlich etwas schade, daß Jens kein Interview machen will. Er ist es doch, der sowas wie der Kopf der Band ist und auch die Texte schreibt.

Tatsache ist, daß es die Band ohne Jens nicht geben würde.

Er gewährleistet auch die Kontinuität von ANGESCHISSEN über die BLUMEN bis hin zu DACKELBLUT. Warst du da auch schon beteiligt?

Nee, ich habe Jens kennengelernt, als sich die BLUMEN aufgelöst haben. Jens fragte mich dann, ob ich nicht mit ihm spielen wolle. Ich selber wäre nie auf die Idee gekommen, in einer Punkband zu spielen. Schon allein deshalb, weil das Trommeln da so anstrengt. Ich meinte, das gebe doch sowieso nie was, aber Jens sagte nur "Egal: Üben, spielen!".

Was hast du vorher gemacht?

Ich habe natürlich vorher schon getrommelt, war aber Linkshänder, der rechtsrum gespielt hat. Ich habe dann quasi komplett neu angefangen linksrum zu spielen, habe also mein Schlagzeug andersherum aufgebaut. Punkrock war für mich schon deshalb anstrengend, weil ich vorher ein, zwei Jahre lang keine Musik mehr gemacht hatte. Naja, und seitdem gibt´s die Band.

Man hat oft den Eindruck, daß Schlagzeuger die unwichtigsten Bandmitglieder sind. Die sitzen im Hintergrund, man sieht sie kaum, und Lieder schreiben sie oft auch nicht. Wie ist das bei euch?

Meistens ist es so, daß wir im Proberaum solange spielen, bis ein Stück dabei herauskommt. Aber es ist schon so, daß es die Stücke nicht gäbe, wenn Andreasnicht seine Finger so setzen würde, daß ein Stück dabei herauskommt. Ich zum Beispiel habe wegen meines Instruments dazu gar nicht die Möglichkeit. Andreas und ich treffen uns aber des öfteren schon morgens zum fröhlichen Sparring, spielen zu zweit ein bißchen rum. Wieland wohnt in Berlin, der ist dementsprechend selten in Hamburg. Wir treffen uns aber oft eher in der Pizzeria Feuerstein als im Proberaum. Da sitzen wir dann mit Jens den ganzen Abend und gehen vielleicht zwischendurch mal kurz in den Proberaum und machen ein Stück. Wir probieren sowieso nie länger als ´ne Stunde.

Ist diese Pizzeria eure Stammkneipe?

Absolut. Wir haben in Thomas, dem Wirt, einen Freund gefunden, der sich auch mal bereit erklärt, einen Deckel zu machen, der Nachrichten übermittelt, und außerdem mit uns der Meinung ist, daß Deutschland unbedingt weg muß. In der Pizzeriasaison ´97 sollte es nach Möglichkeit auch soweit sein.

Was ist das für ein Laden? So ´ne schmierige kleine Imbiss-Pizzeria oder ein richtiges Restaurant?

Nö, das ist so ´ne Art Sonderangebote-Pizzeria, nach der sich eigentlich auch unser Lebensrhythmus richtet. Am Samstag gibt´s da zum Beispiel Fassbier zum halben Preis, was für uns natürlich ein wichtiger Termin ist. Dann haben die einen sehr umfangreichen Mittagstisch, und da der Koch für alle Soßen eine Grundlage benutzt, wir also auch absolut nachvollziehen können, wie die Sachen dort so gekocht werden, und er dazu auch noch einen Schnäuzer sowie eine typische Kochmütze trägt [wir erinnern uns an die Zeichnung auf dem Plattencover...], ist der Laden wirklich unsere absolute Nummer 1. Wir sind mittlerweile dort richtig angewachsen, was den Vorteil hat, daß wir uns nicht in langweiligen Szeneläden rumtreiben müssen.

Ich nehme an, die Speisen- und Alkoholpreise bewegen sich in diesem Etablissement in einem gemäßigten Rahmen.

Ja. Wie ich schon angedeutet hatte, gibt es dort verschiedene Aktionstage. Montag etwa "Pizzen zum halben Preis", und die sind dort wirklich sehr gut. Der Teig ist vielleicht etwas dick, aber sonst gibt´s nichts auszusetzen.

Dein Pizza-Favorit?

Spinatpizza mit Knoblauch, die ist schon sehr gut.

Besser als die tiefgekühlte "Ristorante Spinaci" von Dr. Oetker?

Sowas esse ich sowieso nicht. Ich esse dort aber ehrlich gesagt nicht so oft, sondern trinke lieber Weizenbier vom Fass. Das ist wirklich gut. Bei DACKELBLUT ist es ja so, daß wir den eigentlichen Zusammenhalt übers Kochen haben. Der ist wesentlich stärker als über Musik. Wir sind alle begeisterte Köche, das heißt, man kann eigentlich sagen, DACKELBLUT sind drei gute Köche und ein guter Esser. Der Esser ist Wieland, der Bassist, der gerade erst eingeführt wird in die Szene. Und es ist wirklich wahr, daß wir im nächsten Sommer ´ne Volxküche machen werden, und Wieland wird da richtig fein im Nadelstreifenanzug, so mit Weste und Krawatte und einem frischgebügelten Handtuch über dem Arm die Tischbedienung machen, während wir das Essen vorbereiten. Es wird hauptsächlich Fisch geben, soviel ist schon klar, denn wir sind begeisterte Fischfreunde.

Betreibt ihr die Kocherei denn so richtig profi-ernsthaft, also mit feinen Zutaten und Spezialrezepturen?

Klar, wir betreiben das richtig ernsthaft, da machen wir keine Witze. Mit Spaß hat das nicht mehr viel zu tun, wenn es um die Mehlschwitze geht. Wir haben gerade in Zürich gespielt und dabei eine kulinarische Sternstunde erleben dürfen, und zwar haben wir da im "Trinkstudio" gespielt, einem kleinen Veranstaltungsraum, in dem Haus, in dem FLEISCH und ihre Freunde wohnen. Nucki, der Koch von denen, ist auch Koch in der Roten Fabrik, und der hat uns eine Fischplatte im Römertopf zubereitet, die hat mich richtig glücklich gemacht. Wir haben deshalb auch erst um zwei Uhr angefangen zu spielen, waren dann bis um vier zugange und kaum zu bremsen. Unsere ganze Kraft kam eigentlich aus diesem Fischsud heraus.

Ihr scheint mir eine sehr sinnliche Band zu sein: Essen und Trinken nehmt ihr offensichtlich sehr wichtig.

Wenn du so willst, ja.

Sind Essen, Trinken und Musik die drei Eckpunkte in eurem Leben?

Ich persönlich bin schon sehr dafür, daß das zusammengehört. In unserem musikalischen Zusammensein sind das auf jeden Fall die drei großen Buchstaben: E, T und M. ETM, TEM, MET, EMT.

Da wäre es natürlich an der Zeit, daß ihr mal einen Beitrag zum Ox-Kochstudio liefert - natürlich vegetarisch.

Aber sofort sind wir da dabei. Das kriegen wir hin. Obwohl - wie wäre es denn mit ´nem kleinen gefüllten Zander?

Nein!

Na gut, ich lasse mir was einfallen.

Eurem Gourmetgeist widerspricht das Bonduelle-Gemüse, das den Rand eures Plattencovers ziert, natürlich ziemlich heftig.

So gesehen schon, aber auf dem Cover paßt das schon alles zusammen. Als ich nämlich die Delphinwurst auf dem Wochenmarkt gesehen habe, war ich zutiefst schockiert.

Was? Sowas gibt´s tatsächlich?

Ja klar, die "Free Willy"-Wurst existiert wirklich. Die hat mich so schockiert, daß ich die gleich kaufen mußte. Zuhause habe ich die erstmal abfotografiert und hatte damit schon lange, bevor, wir die Platte aufgenommen haben, das Cover als Bild zuhause. Ich habe mir im Laufe der Zeit so eine kleine Sammlung von Bildern aufgebaut, die mich irgendwie mal schockiert haben, und dazu gehört eben auch die "Free Willy"-Wurst. Die Schrecken der Welt zeigen sich am schlimmsten in kleinen Dingen, und so ist diese Wurst mit Delphin-Motiv, die die Kinderhirne zerfrißt, irgendwie der Gipfel der Perversion. Ekelhaft. Und noch ekelhafter wird das, weil diese Rosa- und Rottöne schöne, warme Farben sind und das Cover dadurch eigentlich ganz hübsch aussieht, gerade auch mit dem bunten Gemüse drumherum.

Ich erinnere mich noch daran, daß ich als Kind in der Metzgerei immer eine Scheibe Gelbwurst über die Theke gereicht bekam.

Ja, das ist eigentlich eine schöne Geste. Ich kenne die, weil ich öfters mit meiner Tochter einkaufen gehe. Zuhause ißt die zwar eigentlich weder Fleisch noch Süßigkeiten, aber da nimmt sie die Wurst. Doch, ich finde das nett, wenn sich die dralle Metzgersfrau über die Glastheke beugt und die Wurstscheibe zusammengerollt wie ´ne selbstgedrehte Zigarette überreicht, halb in den Mund schiebt...

...und dabei ihr wurstig-rosafarbenes Dekolleté ans Glas preßt.

Das hast du so in Erinnerung!

Was ganz anderes. Ihr habt eure Platte in Norwegen aufgenommen.

Ja, Jens hat da in Norwegen so ´ne Art Hausmeisterjob. Das sind drei Häuser, zwei größere und ein kleineres. Da fährt er öfter hin, um alles in Ordnung zu halten, und dafür darf dort aber auch wohnen. Das hat ihm so ein windiger Däne ermöglicht, der sich auch wirklich an seiner Arbeitskraft schadlos hält. Mittlerweile hat Jens dort auch ein eigenes Boot, so ein Ruderboot mit Motor eben. Naja, wir sind da schon öfter mal hingefahren, und da sind wir dann den ganzen Tag auf dem Meer und angeln, und abends essen wir dann den Fisch, den wir gefangen haben und schütten und mit den mitgebrachten Getränken dicht. Im Herbst sammeln wir die verseuchten Pilze, da gibt´s dann ´ne leckere Pilzpfanne. Ganz in der Nähe gibt es praktischerweise ein Tonstudio, das Sharon´s Studio, das so bekloppten Christen gehört. Die nehmen dort ihre vollkommen überflüssige Musik auf, haben aber eine perfekte Ausrüstung. Bei so beknackten Gruppen ist das ja immer so, und dort haben wir uns eben für fünf Tage eingemietet. Dazu kommt noch, daß wir so´nen persönlichen Superhelden haben, nämlich Frankie Stubbs, den früheren Sänger von LEATHERFACE. Den haben wir gefragt, ob er nicht kommen will, um mit uns die Aufnahmen zu machen. Er fand das gut, hat sich in den Flieger gesetzt, wir haben ihn vom Flughafen abgeholt, er hat ein eigenes Zimmerchen bekommen, das ich natürlich vorher noch extra mit dem Handbesen durchgefegt hatte, und dann haben wir tierisch gut was für ihn gekocht. Wir sind extra für ihn nochmal rausgefahren, haben sogar noch ein kleines Netzchen ausgelegt, damit auch wirklich was auf den Teller kommt. Abends haben wir uns dann tierisch vollgefressen, und am nächsten Tag fingen wir mit den Aufnahmen an. Das ging tierisch schnell: zwei Tage die Instrumente, ein Tag Gesang, und zwei Tage Abmischen, fertig war´s. Zwischendurch waren noch ein paar Freundinnen da, die haben auf ein paar Stücke ´nen Chor draufgesungen .

Das klingt besser, als in ´nem miefigen Hinterhof-Studio in Hamburg aufzunehmen.

Klar, das war viel besser. Ich finde es auch völlig beknackt und albern, für eine Platte mehr als eine Woche zu brauchen - zumindest im Falle der Musik, die wir so gutfinden.

Was ist das für Musik?

Naja, das schöne ist, daß wir als DACKELBLUT ein paar Bands haben, die wir alle richtig mögen. Diese Superhelden sind natürlich LEATHERFACE und SNUFF, und, äh, das war´s auch schon.

Uschi und ich fühlten uns, als wir die Platte vorhin im Auto nochmal gehört haben, spontan an SOCIAL UNREST erinnert.

Die kenne ich überhaupt nicht.

Das haben wir uns beinahe gedacht.

Vielleicht sollte ich mir ja mal was von denen besorgen. Ich habe auch schon mal in einem Fanzine gelesen, wir klängen nach RITES OF SPRING, aber die kenne ich auch nicht. Mittlerweile kenne ich zumindest deren Hintergrund und werde mir vielleicht auch mal was besorgen.

Andreas kommt vorbei, um sich von Heiner den Bus-Schlüssel zu holen und den Wellensittich zu füttern.

Was, ihr habt ´nen Wellensittich mit auf Tour? So als ´ne Art Grubengaswächter gegen zu starke Ausdünstungen im Auto oder was?

Nee, es ist einfach schön, noch ein Lebewesen an Bord zu haben, um das man sich kümmern kann.

Ist das euer Maskottchen?

Nein, das war so: Andreas hatte sich in Zürich auf dem Flohmarkt einen Käfig gekauft für den Wellensittich, der ihm in Hamburg zugeflogen war. Den hat er bislang noch zusammen mit dem Meerschweinchen in einem Käfig. Du wirst es nicht glauben, aber die verstehen sich prächtig, die fressen aus einem Napf. Naja, wir hatten also diesen leeren Käfig, und das sah so traurig aus, daß wir uns gleich noch ´nen Vogel gekauft haben. Der ist mittlerweile schon richtig in die Band reingewachsen.

Wie heißt der Vogel denn?

Matthias Sammer, wie der Fußballer.

Wieso das?

Also ich kenne mich mit Fußball überhaupt nicht aus, aber der Name paßt vom Klang her zum Wesen des kleinen Piepmatz. Der klingt, als sei der gut zu Vögeln.

Als ich eure Platte in die Hand bekam - es gibt ja nur Vinyl -, dachte ich zuerst, das wäre ein Doppelalbum. So fettes Vinyl habe ich seit SHELLAC nicht mehr in den Fingern gehabt.

Es war uns eine große Freude, da persönlich noch ein Pfund mit reinzulegen. Wir sind alle nicht für die CD, sogar dagegen, und dachten uns, wenn wir schon eine Platte machen, dann mit richtig fettem Vinyl, fettem Cover, alles schön bunt und vollgekritzelt. Ich finde, da hat man einfach was schönes in der Hand, das ist ganz anders als bei ´ner CD. Ich persönlich könnte mit so ´ner kleinen CD gar nichts anfangen, ich habe auch keinen CD-Player.

Wo bekommt man heute noch so fette LPs gepreßt?

Es gibt in Deutschland nur ein Presswerk, das so fette Dinger macht. In Tschechien wäre das wohl auch möglich gewesen, vor allem billiger, aber das wäre von der Handhabung viel aufwendiger gewesen.

Mit Hifi-Purismus hat die Dicke des Vinyls also nichts zu tun?

So direkt nicht. Es ist vielmehr die unterschwellige Freude daran, so ein fettes schwarzes Teil aus der Hülle zu ziehen, das hat auch eine gewisse sexuelle Komponente.

So, jetzt hätte ich noch ein paar Fragen zu euren Texten gehabt, aber die sind wohl die Sache von Jens.

Richtig, das ist allein seine Sache. Darüber haben wir in der Band nie ein Wort verloren, das hat sich einfach so gefügt, das war von vorneherein klar. Jens singt, was er will. Das ist ganz ähnlich wie unsere Art zu spielen. Wir legen los und die Songs, die wir auch selber noch nicht so draufhaben, wachsen dann immer weiter. Jens singt, und nach und nach verstehen wir dann ein paar Sätze. Irgendwann wird von ihm dann der erste Refrain zaghaft ins Mikrofon gepfiffen, und dann, auf einmal, steht der Song fertig da. Es ist auch immer spannend zu sehen, wenn Jens plötzlich von einer Eingebung gepackt wird, sich auf den Boden setzt und eben mal auf irgendwelchen Papierschnipseln so ´nen kompletten Text runterschreibt. Davor habe ich größte Achtung.

Ihr mischt euch da also überhaupt nicht ein.

Nein, und das finde ich auch wichtig. Ich bin ja selbst Dichter, und finde das deshalb umso besser, das Jens das völlig alleine macht.

Äh...

Ja, jetzt findest du das interessant. Ich darf sogar annehmen, daß es ein Gedicht von mir auf einer MUTTER-Platte gibt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Auf euch stehen die unterschiedlichsten Leute. Zum einen erwartungsgemäß die ganzen Punker, wie man auch heute abend wieder sieht, andererseits aber auch, nun, eher so "Spex-Leser".

Ich finde das gar nicht so verwunderlich. Zum einen spielen wir natürlich ganz flotten Punk, zum anderen sind die Texte aber so ohne Klischees, daß ich die auch richtig gut finde. Deutschpunk interessiert mich sonst nämlich überhaupt nicht. Ich darf vielleicht nochmal in aller Form sagen, daß es die Band ohne die Texte von Jens gar nicht gäbe. Die sind ein absolut zentrales Element. Das heißt, eigentlich ist die Musik fast auch wichtig.

Mittlerweile ist Andreas zu uns gestoßen.

Andreas: Mir sind die Leute in der Band sehr, sehr wichtig. Wir können uns menschlich gut leiden, und deshalb wollen wir zusammen Musik machen.

Wie wichtig ist DACKELBLUT in eurem Leben, oder, anders gefragt, was gibt´s da drumherum noch?

Heiner: Ich bin peoplemaker, I give life to people.

Hä??? Bist du Hebammerich oder sowas?

Nein, ich bin Vater. Wir haben eine kleine Privatarmee von, laß mich nicht lügen, sieben kleinen Menschen.

Wie? Du hast sieben Kinder?

Nee, ich habe zwei, die anderen gehören dem Rest der Band.

Dann seid ihr alle schon etwas älter, so über 30.

Ja, ich finde das gut und möchte keinen Tag jünger sein. Für so Sprüche wie "I hope I die before I get old" fand ich immer blöd. Im Gegenteil, ich fand Jugend immer beklemmend und bin froh, daß ich jetzt etwas älter bin. Spielen RANTANPLAN eigentlich schon? Ja? Gut, dann laß uns schlußmachen.




czwartek, 22 października 2020

Intensified Chaos - Live In Berkeley Ca 1981 (2012)

 




Intensified Chaos - Live In Berkeley Ca 1981 (2012)


"The Live part is one track and the volume is so low that I boosted it and cut it so you get all tracks separately, plus I changed order so the Demo is featured first. "(deathburger blog)


Tracklist

01. Intensified Chaos (Nsqotwf Version)

DEMO 1980

02. Intensified Chaos

03. Fight, Die, Fuck You

04. Won't Kill

05. Romans I&II

06. Mary's Abortion

LIVE IN BERKELEY 1981

07. Intensified Chaos

08. Now Your Dead

09. Soldier

10. Won't Kill

11. Boot Boyz

12. Romans I&II

13. Mary's Abortion

14. Fight, Die, Fuck You

15. Poontang (cover of Wild Thing w. lyrics changed)

16. Intensified Chaos


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Download "Projekt UFO" (2025) miniserial PL

  Projekt UFO (2025) miniserial PL                      Próżny prezenter telewizyjny i ufolog z małego miasteczka próbują odkryć pochodzenie...